Auto auf Parkplatz der Werkstatt beschädigt

LG Saarbrücken, Urteil vom 22.03.2019 – 13 S 149/18

Der Kläger ließ sein Fahrzeug in der Reparaturwerkstatt der Beklagten reparieren. Bei der Rückgabe des Fahrzeugs drei Tage später wurde vom Kläger eine Beschädigung festgestellt, weshalb er Schadensersatz verlangt. Die Ursache der Beschädigung konnte nicht geklärt werden.

Vom Kläger konnte nicht nachgewiesen werden, dass ein Mitarbeiter der Beklagten den Schaden verursacht hat. Die Verletzung einer Obhutspflicht stand ebenfalls nicht fest. Eine ständige Überwachung des Fahrzeugs war der Beklagten nach Lage der Dinge ebenso wenig zumutbar, wie die Verbringung des Fahrzeugs auf einen der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Bereich. Zwar kann es geboten sein, Fahrzeuge, die über Nacht auf dem Betriebsgelände verbleiben, gegen Diebstahl oder mutwillige Beschädigungen gesondert zu schützen. Das Abstellen von Fahrzeugen, die vor oder nach einem Werkstattaufenthalt in der Obhut der Werkstatt sind, auf einem Teil des Betriebsgeländes, der der Öffentlichkeit zugänglich ist, ist jedenfalls dann grundsätzlich nicht sorgfaltswidrig, wenn der vorhandene abgeschlossene Teil nicht ausreicht, alle Fahrzeuge unterzubringen.

Die Werkstatt kann also nach dem Landgericht ein Fahrzeug auch auf einen nicht abgeschlossenen Parkplatz abstellen ohne eine Schadenersatzpflicht auszulösen.

Rechtsanwalt Holdschick