Huso für Hurensohn reicht zur fristlosen Kündigung

1. Wird der Vermieter von dem Mieter in einem öffentlichen Beitrag in einem sozialen Netzwerk mit körperlicher Gewalt bedroht, ist der Vermieter zur fristlosen Kündigung des Mietverhältnisses berechtigt.

2. Wird der Vermieter von dem Mieter in einem öffentlichen Beitrag in einem sozialen Netzwerk beleidigt, ist der Vermieter zur fristlosen Kündigung des Mietverhältnisses berechtigt.

3. Die Bezeichnung als “Huso” ist bei einer am objektiven Empfängerhorizont orientierten Auslegung dahingehend auszulegen, dass der Erklärungsempfänger als “Hurensohn” bezeichnet wird, was eine Beleidigung darstellt.

4. Mit der Bezeichnung als “Hundesohn” wird dem Erklärungsempfänger die Abstammung von einem Menschen und damit das Menschsein abgesprochen, was einen unmittelbaren Eingriff in die Menschenwürde bedeutet. Der Bezeichnung kommt mithin ein beleidigender Charakter zu.

(AG Düsseldorf, Urteil vom 11.07.2019 – 27 C 346/18)

Also Vorsicht bei Äußerungen in den sozialen Netzwerken ! Auch Abkürzungen helfen hier dem Mieter nicht.

Holdschick, Rechtsanwalt